Eingereicht von Admin am 27. Jul 2010 - 16:01 Uhr
... nun gräbt sie die Freiwillige Feuerwehr Breitenborn-Lützel wieder aus - Erlös für Jugend
(tra). Wenn man sich erkundigt, wo die Kerb nun stattfindet, muss man genau hin hören. „Was? In Brüssel?“ Nein, natürlich nicht in Brüssel. Sie findet in „Brützel“ statt, und das heißt nichts anderes als Breitenborn-Lützel. Dieses Fest besteht schon so lange, dass man weit vor die Zeit von 1940 gehen muss. Genau konnte es aber niemand in Breitenborn-Lützel am Wochenende sagen.
Die Kerb wird vom Männergesangverein „Edelweiß“ und der Freiwilligen Feuerwehr im Wechsel ausgerichtet. Klaus Weimer, der Vorsitzende der Feuerwehr, in diesem Jahr Veranstalter, sagte: „Da es in ,Brützel‘ nur zwei Vereine gibt, kommen wir uns nicht besonders ins Gehege. Außerdem sind die meisten Einwohner in beiden Vereinen vertreten. Also liegt das fast in jedem Jahr auf den Schultern derer, die sowieso wieder dran sind.“
Eine Besonderheit ist trotzdem zu vermerken. Zur Feuerwehr gehören die Kerbburschen, da sie die Jugend im Verein hat. Der Gesangverein hat keine Jugend im Verein, also auch keine Kerbburschen. „Und dass wir unsere Jugend ausleihen, geht gegen die Ehre des Gesangvereins“, so Weimer.
Das aber macht gar nichts, denn traditionell findet die Kerb trotzdem statt. Immer mit den gleichen Leuten, nur der Veranstalter heißt anders. Aber alle sind sie „Brützel“, wenn’s ans Feiern geht. „Stress gibt es deswegen keinen“, erklärt Klaus Weimer. Eine weitere Besonderheit ist die vergrabene Kerb. Da die Feuerwehr alle zwei Jahre Kerbdienst hat, bleibt die Kerb auch länger vergraben, denn der Gesangverein kann sie für seine Veranstaltung nicht ausgraben. So war es am Samstagabend wieder so weit, dass die drei Burschen und ein Kerbmädchen die Kerb wieder ausgraben konnten und einen schönen Kerbbaum aufstellten. Der Abend wurde musikalisch gestaltet von den „Spessartboube“ aus Kassel. Gute Laune bei Gegrilltem und den nötigen Getränken war schon beim Aufstellen des Kerbbaums festzustellen.
Die Bewohner von „Brützel“ waren fast alle am und ums Dorfgemeinschaftshaus versammelt.
Am Sonntag vor dem Frühschoppen die Kirche zu besuchen, das gehört ebenfalls zur Tradition der Kerb. Und danach geht es fröhlich in die zweite Runde. Mittagessen sowie Kaffee und Kuchen am Nachmittag, gehören ebenfalls dazu. Dafür backen die Frauen aus „Brützel“ bis der Herd glüht.
Musik von „Brützel-Brass“
Und richtig zünftig geht es zu, wenn dann die „Brützel-Brass“ aufspielt. Eine Bläserkapelle, die aus 15 Musikern aus der gesamten Region zusammengesetzt ist. Weil dann der Tag kein Ende nehmen will und die Zeit fehlt, wird die Kerb erst am Montag vergraben. Die hat dann wieder zwei Jahre Ruhe, bis die Feuerwehr wieder das Zepter in die Hand nimmt. Der Erlös aus der diesjährigen Kerb wird den Jugendlichen bei der Wehr zugute kommen.